Betriebe rollen Schülern den roten Teppich aus
Chancen laut Berufsbildungsbericht so gut wie selten zuvor
Die Lage auf dem Lehrstellenmarkt hat sich weiter entspannt. Einige Branchen haben bereits enorme Probleme, Nachwuchs zu finden.
Berlin - Selten zuvor gab es bessere Berufschancen für deutsche Schüler als zur Zeit. Beflügelt von der Konjunktur, rückläufigen Schulabgängerzahlen und großer Ausbildungsbereitschaft der Wirtschaft hat sich der Lehrstellenmarkt 2011 weiter entspannt.
In einigen Branchen mit als eher unattraktiv geltenden Arbeitsbedingungen (Gastronomie, Lebensmittelgewerbe) sowie in bestimmten Regionen gab es sogar mehr freie Ausbildungsplätze als Bewerber.
Die positive Entwicklung ist dem Berufsbildungsbericht zu entnehmen, den das Bundeskabinett am Mittwoch billigte. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge stieg im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent auf 570 140.
Sogar die Zahl der jungen Menschen, die nach dem Schulabschluss keine Lehrstelle fanden und in eine Warteschleife des Übergangssystems vermittelt wurden, sank stark. Im Vergleich zu 2005 gab es einen Rückgang um 30 Prozent.
„Die Aussichten der Bewerber sind gut“, berichtet Heiko Henke, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Oldenburg (HWK). Doch er sieht auch ein Problem, vor allem für das Handwerk: „Es gibt immer weniger junge Menschen. Und immer mehr Jugendliche machen Abitur, aber an den Gymnasien wird kaum Wert gelegt auf eine handwerkliche Berufsorientierung.“ Die HWK Oldenburg hat deshalb ein Ausbildungsprojekt ins Leben gerufen, das sich gezielt an Studienabbrecher wendet.
Berufe insgesamt müssten noch attraktiver werden, sagt Timo Weise, Abteilungsleiter Aus- und Weiterbildung bei der Industrie- und Handelskammer Ostfriesland: „Die Berufe, die als unattraktiv gehandelt werden, haben zunehmend Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden.“
Quelle: NWZ-Online








